Über miasanmia

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Nicht wie ihr

Und stolz darauf. Ich werde angetrieben von der Liebe zu meinem Verein, nicht vom Hass auf einen anderen. Und das macht mich besser. Zu einem besseren Fan, zu einem besseren Menschen. Und zu einem faireren Sportsmann sowieso.

Eure Zeit wird eines Tages kommen und ich werde nicht lachen, aber euch an euer Gelächter errinnern.

Müller!

Es war der 26.Mai 1999 und die Mutter aller Niederlagen. Erzählt jemand von denkwürdigen Champions League-Momenten, so erzählt er von uns und wie wir verlieren. Ganz zwangsläufig.

Wir sind gebunden. Als Fan und Verein. Für immer. Mit der schwärzesten Stunde.

Aber wir hatten uns daran gewöhnt. Hatten auf 2001 verwiesen und ’99 zur Initalzündung erklärt. Das machte es irgendwie erträglich und gab dem ganzen zumindest ein Happy End.

Was jedoch keiner von uns ahnen konnte, war das es noch schlimmer geht.

Und somit, zwangsläufig, auch nicht, das es wieder uns treffen könnte.

Wir hatten Barcelona ’99 erlebt. Was konnte uns schon noch passieren?

Und dann kam Samstag.

Endlich. Das Spiel um das sich seit 2 Jahren alles gedreht hat.

Finale. Dahoam. München erstrahlt in Rot und Weiß. Gegen Chelsea. Es war perfekt.

Alles und jeder war bereit. Fans, Verein, Mannschaft. Wir stehen nur noch einen letzten Schritt vorm größten Erfolg unserer Vereinsgeschichte. Und wir wollten ihn. Mit aller Macht. Jetzt.

Es ist Samstag, der 19. Mai 2012, gegen 23:30 Uhr.

Ich liege auf dem Boden. Starre an die Decke. Bewege mich nicht. Versuche gleichmäßig zu atmen und Tränen zu unterdrücken. Im Fernsehen und hinter mir auf dem Sofa wird diskutiert. “Unglaublich”. “Entsetzen”. “Schrecklich für den Fußball”.  Ich nehme kaum etwas wahr. Einzelne Worte bleiben kurz hängen und verschwinden dann wieder irgendwo zwischen Zeit und Raum.

“Mario” ruft jemand hinter mir. Ich drehe mich kurz um. “Dein Handy!”. 3 Nachrichten, ein gutes Dutzend Facebook & Messenger-Push-Nachrichten. Es vibriert und vibriert.

Man gratuliert mir. Zum Vize-Triple. Zu Robben und zu Gomez’ Effizienz.

Ich versuche langsam aufzustehen. Meine Beine sind wie Gummi. Langsam gehe ich in die Küche und mische Alkohol mit Softdrinks. Wieder im Wohnzimmer setze ich mich zurück auf den Boden und lege den Kopf auf meine Knie.

“Das darf nicht wahr sein! Bitte!” Ein Gedanke. In heavy rotation. Ich verstehe es nicht. Ich verstehe gar nichts mehr.

Ich nehme erneut mein Handy, öffne Twitter und lese folgendes:

“Ich bin drüber hinweg. Es schmerzt. Aber ich liebe den Verein gerade mehr denn je, weil ich weiß, dass Leute wie du, @Lizaswelt, @fehlpass, @probek, @kaisergrantler, @bigeasymuc das Selbe durchmachen. Und weil ich weiß, dass es das Wert ist. Klar wäre der Titel schön gewesen. Aber wir leben. Wir leiden. Wir haben Emotionen. Das ist soviel besser als die Armeleuchter, die nie ein Spiel von vollem Herzen verloren haben und sich nur zum Heulen fühlen. [..]Ich werde heut ins Bett gehen und mich als Bayern-Fan wohl fühlen, egal wie sehr ich gerade leide. Danke[...]Und, wie vorhin schon geschrieben und ohne allen Scheiß: Jungs, ich liebe euch. Und ich freue mich auf nächste Saison!” Geschrieben vom Kollegen/Freund @agitpopblog

Und dem ist nichts hinzuzufügen. Es geht halt doch immer noch schlimmer. Und diesmal gibt es auch keine Relativierungen, keine Initialzündung. Das war unser Finale. In unserem Stadion. Und wir haben verloren. Und das kann kein anderes Endspiel jemals kompensieren. Das wir besser waren, daran werden wir uns immer errinnern. Die Geschichtsbücher nicht. In ihnen wird der Chelsea FC als Champions League Sieger 2011/12 stehen. Bis in alle Ewigkeit.

Eines kann uns jedoch keiner nehmen. Das unglaubliche Gefühl, als Müller in der 83. Minute den Ball über die Linie köpft und der ganze Druck der letzten 2 Jahre zumindest für wenige Minuten der völligen Ekstase wich.

Jeder für sich

Glückwunsch zur Meisterschaft, ihr Duselborussen.

Das gestern, das war Bayern’esk. Bitter. Für uns.

Aber, so ist es im Fußball. Am Ende gewinnt in der Regel der Tüchtige. Der, der mehr investiert. Der, der im richtigen Moment cleverer agiert. Früher waren wir das. Und zwar nicht nur in der Regel. Naja, früher halt.

Früher. Zu Zeiten als man nur individuelle Klasse brauchte, um, zumindest national, in  einer eigenen Sphäre zu spielen. Das war ganz praktisch. Für uns. Inidviduelle Klasse steht nämlich im direkten Zusammenhang mit Geld. Und davon haben wir am meisten. Lief es also mal nicht rund, wurde hier und da investiert und das berühmte zweite Jahr (i.d.R. das pre-WM/EM-Jahr) konnte kommen.

Heute. Da sieht das anders aus. Man setzt auf’s Kollektiv. Nicht unbedingt jeder Einzelne ist große Klasse, aber alle zusammen sind es. Sie kennen sich und ihre Laufwege. Es gibt klare Vorgaben, und jeder erfüllt sie. Strikt. Blind. Egal wer in die Mannschaft reinrotiert, er weis sofort was zu tun ist, und alle anderen wissen was er tun wird. Automatismen. So funktioniert das als Kollektiv. Als Mannschaft. Nicht sonderlich überraschend im Mannschaftssport Fußball, oder?

Doch. Zumindest für uns. Oder unsere Führungsriege. Denn eines hat der gestrige Abend wieder gezeigt, wir sind im Früher, der kommende und amtierende Meister im Heute.

Das ist so ein bischen wie Barcelona und Real. Nur ohne das ganz große Geld. Und ohne die politischen Hintergründe. Und sowieso ohne Messi’s und Ronaldo’s. Aber was die Vereinspolitik angeht erschreckend treffend. Das es bei den Dortmundern die Not war, die zum Paradigmenwechsel führte – geschenkt. Es ist, wie es ist.

Die Zeiten haben sich geändert. “Die anderen” haben einen Weg gefunden unsere monetäre Monopolstellung zu umgehen. Und das mit Erfolg. Das muss man anerkennen. So groß die Abneigung aus diversen Gründen auch sein mag.

Punkte zum Ansetzen gäbe es genug. Aber ohne den Willen etwas zu ändern, geht es nicht. Langsam sollte aber jeder verstanden haben, das es so wie bisher nicht weitergeht. Ich will nicht jedes, oder jedes zweite Jahr einen neuen Trainer, mit neuen Vorstellungen und anderen Anforderungsprofilen. Ich würde mir wünschen, das der Weg, den ein gewisser Louis van Gaal einführen wollte zumindest ansatzweise übernommen wird. Das man Spieler selbst zielgerichtet ausbildet. Darauf ausgelegt was man braucht. Das man damit bereits in der Jugend anfängt. Das man sein Auftreten nicht an den nächst-besten Trainer anpasst, sondern man nach Trainern sucht die zum eigenen Spielverständnis passen.

Ja, das ist viel verlangt, aber was haben wir zu verlieren? Noch ein Jahr ohne Meisterschaft, oder vielleicht sogar 2?

Haben wir jetzt auch. Und zwar ohne jeglichen Fortschritt. Das nervt. Wir verbrennen sinnlos Geld und vergeuden Zeit.

Lahm, Robben, Ribery, Gomez – unsere Spitzenverdiener. Aber wo sind die in den großen/wichtigen Spielen? Und das bezieht sich nicht nur auf gestern. Wird es eng, glänzt keiner von denen.

Nein, glänzen tun bei uns die anderen. Ein Alaba zum Beispiel. Oder Badstuber.

Kantersiege gegen die Kleinen der Liga, oder die Kleinen Europas täuschen da zu sehr über unsere Probleme hinweg. Gleiches gilt für Heynckes. Er verwaltet, hält unsere Startruppe bei Laune. Aber zu welchem Preis? (Bei welchem Verein mit unseren Ambitionen hätte ein Robben gestern über 90 Minuten spielen dürfen?)

Das ist nur peinlich. 25 Millionen-Mann Robben geht zum 4. mal in Folge sang- und klanglos gegen die größte Dortmunder Schwäche unter – namentlich: Marcel Schmelzer. Was war das bitte? – schon wieder. Und wo war – um mal auf unserer linken Seite zu bleiben - unser Kapitän? Das kann so nicht weitergehen.

Mir geht das tierisch auf den Sack. Und ich lasse mich von kleinen Zwischenhochs nicht mehr blenden. Ja, zwischen der 60. und 75. Minuten waren wir besser, aber dann wechselt der BVB halt 2 müde Spieler aus und es kommen 2 frische Spieler rein. Und die funktionieren direkt, aus o.g. Gründen. Wir hingegen bringen einen Olic für Gomez und wissen vorher, das der sich nun mit Robben auf den Füßen steht. Was trainieren die bitte? Basteln die von Montag bis Freitag Blumenkränze an der Säbener? Ich sch**** auf dieses ganze Harmonie-Gerede solange da elf Individualisten auf dem Platz stehen. Die können sich gerne dann lieb haben, wenn sie auch als Einheit auf dem Platz stehen.

Ich könnte gerade kotzen. Zu offensichtlich sind unsere Probleme. Zu betriebsblind und eierlos aber diejenigen die etwas ändern könnten. Oder wo liegt der Hase begraben?

Vize-Meister, zweiter im Pokal und Champions League-Halbfinale. Das wird am Ende der Saison rauskommen. Nichts anderes.

Hoffen wir, das es gegen Real halbwegs würdig zu Ende geht.

Ich bin bedient.

“Rien ne sort de rien”

“Von nichts kommt nichts.” Treffer, versenkt! – überträgt man dieses französische Sprichwort auf das gestrige Spiel.

Statisch, müde, lustlos. So wirkte der gestrige Auftritt unserer Mannschaft auf mich. Es wurde kaum kombiniert, sich wenig freigelaufen, geschweige denn mal angeboten.

Das verrückte daran: Marseille war trotzdem hoffnungslos unterlegen. Chancen hatten sie zwar, die kann man jedoch an einer Hand abzählen und resultierten fast ausschließlich aus Standardsituationen.

Soll ich mich jetzt ärgern, das es also nur ein 2:0 Auswärtssieg gegen einen desolaten Gegner war, oder mich freuen das wir “mit angezogener Handbremse” immerhin 2 (wichtige) Auswaärtstore geschossen haben? Ich schwanke noch. Gestern, während und vorallem nach dem Spiel, war ich wütend. Wütend darüber, das man nicht noch nachgelegt hat und somit den Franzosen jede Chance und jeden Glauben an’s Weiterkommen genommen hätte.

Gerade wenn man bedenkt, das man immer dann wenn man Druck aufgebaut und die Spielzüge konzentriert zu Ende gespielt hat es zu einem Tor führte. Mit etwas mehr Willen wäre da gestern so viel mehr drin gewesen. Schade.

Mal so in die Runde geworfen: resultierte unser lethargisches Spiel vielleicht aus der kleinen Kaderbreite? Ich hoffe nicht, den die englischen Wochen haben gerade erst begonnen und die kommenden Spiele werden von Woche zu Woche wichtiger.

Gar nicht gefallen hat mir gestern Abend auch der Schiedsrichter. Wo war da bitte die “klare Linie”? Kleine Fouls wurden rigoros abgepfiffen und direkt mit Gelb geahndet. Grobe Unsportlichkeiten (Ellbogenstoß gg Gomez -> klar Rot) dagegen gar nicht beachtet. Ich bezweifle mal das derSpanier demnächst wieder Champions League pfeiffen darf. Ob die Karte vomBastian jetzt gewollt war oder nicht ist mir übrigens relativ egal. Eigentlich finde ich es sogar ganz gut das er im Rückspiel nicht spielen darf. Wir brauchen ihn bei 100% in der BuLi und dann (wahrscheinlich) im Halbfinale gegen Real Madrid.

Toll war gestern hingegen der Support vor Ort. Muss man ja auch mal erwähnen. Gerade als unsereJungs das “Seht ihr Dortmund, so wird das gemacht!” angestimmt haben musste ich schon schmunzeln. Weiter so.

Am Wochenende geht’s dann gegen unsere “Freunde” aus Nürnberg. Da gilt es wieder an den bisherigen Leistungen in der BuLi anzuknüfen und sie aus ihrem Stadion zu schießen. Nicht mehr und nicht weniger.

Also, volle Kraft voraus, Jungs!

3 Punkte sind 3 Punkte sind 3 Punkte

Hannover ist geschlagen. Die nächste Mannschaft aus dem Kreis der Übeltärer.

Wenig glanz, etwas Glück und ein bischen zittern zum Schluß. Aber danach fragt im nachhinein keiner mehr. Alles was zählt sind die 3 Punkte.

Das man im späteren Spielverlauf etwas nachgelassen hat und die Hannoveraner unnötigerweise wieder ins Spiel hat kommen lassen schieben wir mal auf das Pokalspiel. 120 Minuten merkt man bei unserer Kaderbreite dann doch. Geschenkt.

Was mich jedoch wirklich gestört hat waren, mal wieder, die Wechsel. Olic verlässt uns, oder hab ich etwas verpasst? Warum also mal nicht einfach demPetersen eine Chance geben? Liest man von ihm, wirkt das Lob schon fast überschwänglich. Warum seine Trainingsleistungen also nicht belohnen? Ich verstehe es nicht. Über Olic – charakterlich – werde und kann ich nix schlechtes sagen, aber seine Leistungen sind einfach katastrophal. Augen zu und dann wie von der Tarantel gestochen rennen, rennen, rennen. Völlig konzeptlos. Das ist der Olic 2012, so weh es auch tut. Und ich weis sehr wohl was wir ihm alles zu verdanken haben (Manchester – Halbfinale – Champions League, um nur ein Beispiel zu nennen), aber seine Zeit ist um und ein Petersen brauch auch mal Spielpraxis, für den Fall der Fälle.

Pranjic sehe ich da etwas anders. Für ihn freut es mich. Er ist, genau wie Ivica, charakterlich ein absolutes Vorbild. Ich habe ihm das Spiel gegönnt. Auch wenn es bezüglich seiner Leistung wohl keine zwei Meinungen geben wird. viel Glück bei deinem neuen Verein. Du hast es dir verdient.

Richten wir den Blick nun auf das nächste Spiel.

Chamoions League. Viertelfinale. Gegen den BVB-Bezwinger aus Mareille.

Sorgen mache ich mir keine. Marseilles aktuelle Leistungen sind jenseits von gut und böse. Wenn wir den Gegner nicht unterschätzen und Vollgas geben dann gehe ich fest von einer guten Ausgangsposition für’s Rückspiel nächster Woche aus.

Mein Tipp: 0:3 Auswärtssieg!

Also, auf geht’s ihr Roten!

Mehr als ein Pokalspiel

“Uns schlägt keiner 3 mal in einer Saison (Frankfurt lassen wir mal außen vor, das liegt Ewigkeiten zurück). Erst recht nicht die letzte-Saison-fast-Absteiger aus Gladbach.”

Gedanklich wiederholte ich das obige Zitat gestern im Minutentakt. Mut machen.  Hoffen, das der Pfosten und /oder Neuers Rücken uns nicht aus der Bahn werfen.

Soll ja vorkommen. Gerade im Pokal, der ja bekanntlich eigene Gesetze hat. Ein Spiel. 90 Minuten. Da kann alles passieren. Und dann auch noch gegen diese Gladbacher gegen die wir schon 2 mal schlecht ausgesehen haben.

Ich war nervös. Eingestehen wollte ich es mir nicht. 1:4 prognostizierte ich auf Twitter. Mut machen.

Das Spiel verlief dann so wie ich befürchtet. Das frühe Tor lag in der Luft, wollte aber partout nicht fallen. Pfosten, ter Stegen, Robben in bester Gomez Manier, diverse falsche Abseitsentscheidungen. Alter, sowas rächt sich. Fußballgesetz.

Rächen sollte es sich zwar nicht, aber wir mussten zittern. Nicht weil die Gladbacher drückten oder spielbestimmend waren. Ganz im Gegenteil, das waren wir. Einfach weil ein Pokalspiel auch so enden kann wie das der Fürther.

Meine Nerven!

Moment mal. Was ist hier überhaupt los? Ich bin Bayern-Fan und das ist Pokal. Der unwichtigste Titel von allen. Normalerweise machen wir gleich die Bude, gewinnen dreckig, hören und lesen 3 Tage wieder irgendwas von Dusel und sind gedanklich mit dem Abpfiff wieder in der Bundesliga bzw. Champions League.

Aber normal ist diese Saison nicht. Zu oft wurden wir von den Kontertruppen aus Gladbach, Hannover und Dortmund schon geschlagen. Deutlich geschlagen! Eine Taktik gegen die wir bisher nicht bestehen konnten. Wir! Der große FC Bayern. Das musste sich ändern. Und zwar heute.

Ich wollte ein Zeichen. Einen Sieg. Nicht des Pokalswegen, nein, ich wollte das die anderen Mannschaften sehen das jetzt schluß damit ist. Und wir uns nicht länger auskontern lassen.

Und ich bekam meinen Sieg. Nein, wir bekamen unseren Sieg.

Ja, im Elfmeterschießen. Aber das verdanken die Gladbacher wie oben schon erwähnt unserer katastrophalen Chancenverwertung. Allein Robben hätte an einem normalen Tag mindestens 3 Buden erzielt. Dazu der Pfosten. Diese überlegenheit tat gut. So gut!

Unsere IV war stabil und fing die Konter der Gladbacher ab.

Unser MF hatte endlich einen Plan gegen diese tiefstehenden 2 Viererketten. Schnelle Flankenwechsel. Endlich!

Wenn jetzt unser Sturm noch die Tore gemacht hätte, dann wäre alles perfekt gewesen. So wurden meine Nerven zwar auf eine Zerreisprobe gestellt, aber das gehört im Fußball ja dazu. Und der Ausgang war dann mehr als entschädigend.

Der Ausgang. Gott, wie hatte ich mir gewünscht das, wenn wir wirklich ins Elfmeterschießen müssen, es so endet.

“Neuer! Heute! Das wird dein Abend!” Mein erster Gedanke nach dem Abpfiff der Verlängerung.

Und er tat es. Geradezu Kahn-esk hielt er den Ball mit seinem Fuß und schenkte uns den Sieg. Super. Genau wie Alaba. Der Junge ist 19 (!) und strahlt nur so vor Talent und Selbstvertrauen. Götze, Reus, davor Kroos. Alle wurden gehyped. Von Medien und Fans. Alaba, gehört definitiv in die gleiche Kategorie das hat er gestern eindrucksvoll belegt.

Wer im übrigen behauptet, das Neuer nur angeschossen wurde, der sollte seinen Fußballverstand in Frage stellen. Denn dann wurde unserOli auch des öfteren (!) nur angeschossen. Also kein Titan? Nur ein riesen Glückspilz?! Kommt schon, das war klasse! So ehrlich sollte man bei aller Antipathie sein.

Nach dem Spiel war die Erleichterung dann natürlich riesig. Wie könnte es auch anders sein, wenn man ein Spiel sitzend anfängt und schreiend und hüpfend beendet. Da war der Baziblogger gestern nämlich nicht der einzige!

Jetzt gilt die Aufmerksamkeit aber Hannover. Da müssen wir das gestrige Spiel nämlich bestätigen, gehören diese Hannoveraner ja auch zu diesem kleinen Kreis der Übeltäter die uns schon geärgert haben.

Also, auf gehts ihr Roten!

Der erste Schritt

Es ist vollbracht!

Mit 7(!):0 schlägt der FC Bayern den Baseler FC. Was ein Ergebnis. Was ein Spiel. Und welch eine Erleichterung.

Wer hätte das erwartet? War ich doch vor dem Spiel noch skeptisch und traute dem Braten trotz, oder gerade wegen, dem Hoffenheim-Spiel noch nicht. Wille und Laufbereitschaft von der ersten bis zur letzten Sekunde. Es wurde gefightet und ein klares Statement in Richtung der Kritiker (auch mir) gesetzt.

Zum Glück zeigte die Mannschaft gleich das meine Zweifel unangebracht waren und das man, wenn es drauf ankommt, doch noch den Fußball der Hinrunde spielen kann. Sicher lässt sich jetzt wieder anmerken, dass Basel, wie auch die Hoffenheimer, kaum Gegenwehr leisteten. Aber spielt eine Mannschaft nicht auch immer nur so gut, wie der Gegner es zulässt? War Hoffenheim vielleicht doch nicht einfach nur schlecht, sondern wir richtig gut, zu gut? Anscheinend. Und das beruhigt. Denn im gleichen Takt muss es in den nächsten, entscheidenden Wochen weitergehen.

Die Leistung der gesamten Mannschaft verbietet es eigentlich einzelne Spieler hervorzuheben, was Robben, Gomez und Ribery (!) aber offensiv abgefackelt haben ist aller Ehren Wert. Toll. Bitte weiter so!

Morgen geht es dann an die Auslosung des Viertel-und Halbfinals. Mein Wunsch: Lissabon. Großer Name, sportlich machbar. Aber vermutlich wird es eh wieder der AC Mailand. Gab es ja schon das ein oder andere mal.

Jetzt aber erstmal volle Konzentration auf Berlin!

Also, weiter so,

ihr Roten

Am Scheideweg

Die Generalprobe ist gelungen. 7:1 gegen Hoffenheim.

Während die Medien in ihrer Berichterstattung über die Bayern weiter fröhlich von Schwarz auf Weiß und wieder zurück wechseln, bleibe ich erstmal skeptisch, also im neutralen Grau.

So ein 7:1 klingt nach einem regelrechten Feuerwerk an geballter Offensivpower, und das war es zum Teil auch. Allerdings muss man sich auch eingestehen, das die Leistung der Hoffenheimer einer Arbeitsverweigerung nahe kam.

Sicher, Ribery spielte wieder einmal Weltklasse, Robben und Müller bestätigten ihren Aufwärtstrend, Gomez stand wieder da wo er zu stehen hat und selbst derToni machte mal was aus seiner begnadeten Schusstechnik, aber die Gegenwehr der Hoffenheimer machte es uns auch denkbar einfach.

Besonders erwähnenswert fand ich übrigens Lahm. Da stellt derJupp aus der Not heraus den Fips aus rechts und, siehe da, der macht mal gleich sein bestes Spiel seit einer halben Ewigkeit.

Seine Position Links in der Viererkette füllte Alaba ebenfalls mehr als ordentlich aus. Ob das allerdings auch gegen einen richtigen Gegner funktioniert bleibt abzuwarten. Einen Versuch ist es Dienstag allenfalls wert. Zumindest ist es mir so lieber, als das man Boateng wieder auf die Außen beordert und die Innenverteidigung mit Mittelfeldspielern auffüllt (Tymo/Gustl).

Was sagt uns das alles jetzt aber für das Spiel am Dienstag? Das Spiel, das entscheidend für den weiteren Saisonverlauf sein kann?!

Nicht viel. Klar, solche Hoffenheimer waren genau der richtige Trainingspartner um etwas Selbstvertrauen zu gewinnen, aber wie das ganze dann aussieht wenn wir wieder gegen jemanden spielen der früh presst und unsere Außen erneut zustellt, das werden wir erst Dienstag sehen.

Ein frühes Tor ist fast schon ein muss. Zu schwer tun wir uns gegen Gegner die hinten Betonanrühren und dann blitzartig Kontern. Und mal ehrlich, was anderes wird Basel wohl kaum tun. Verständlicherweise…

Das größte Fragezeichen steht aktuell aber über unserem Sturm. Da Gomez aufgrund einer Fleichwunde fraglich ist wird wohl Olic von Beginn an auflaufen. Wünschen würde ich mir jedoch Petersen. Olic hat seine Einsatzzeiten schon lange nicht mehr bestätigt und derNils soll sich ja sehr ordentlich machen im Training. Also, warum nicht ihm eine Chance geben. Mit Müller/Kroos, Ribery und Robben sollte das ein kalkulierbares Risiko sein.

Ich bin gespannt und hoffe das Beste. Ein CL aus gg Basel könnte fatale Folgen haben. Erneute Unruhe innerhalb der Mannschaft und dazu der definitiv kommende mediale Shitstorm wären alles andere als förderlich für den Saisonendspurt.

Also,

auf geht’s ihr Roten!

Nach der Krise ist vor der Krise

Kopiere ich jetzt einfach einen der letzten Beiträge nach einer Niederlage oder schreibe ich gleich gar nix?

Es ist immer das selbe. Auf und ab und auf und ab.

Machen wir es kurz.

Wenn nicht ein mittelgroßes Fußballwunder eintrifft, dürfte nicht mehr viel zwischen dem BVB und der Meisterschaft stehen. Punkt.

Wenn sich nicht bald etwas ändert, dann könnte es sogar noch richtig eng mit der direkten Champions League-Qualifikation werden. Punkt.

Keiner soll jetzt sagen, das aber die erste Halbzeit gegen Leverkusen doch gut war, mit Ausnahme der vergebenen Chancen. Ein Spiel geht immernoch über 90 Minuten.

Ich bleibe einfach bei meinem Tweet zum Spiel:

“Die schwierigen Situationen zeigen eines ganz deutlich: das ist keine Mannschaft!”

Es werden harte Wochen auf uns zukommen und den Sommerurlaub brauch unser Nerlinger gar nicht erst buchen. Da kommt viel Arbeit auf ihn zu. Denn auch seine Probezeit ist ja bekanntlich vorbei.

Was bleibt also noch zu sagen, außer:

Bitte, kämpft zumindest, ihr Roten…

0,89%

Der prozentuale Anteil eines Fußballspiels an einer 7-Tage-Woche.

Verdammt wenig. Aber gerade deshalb genießt man es ja so. Immer nur eine kleine Dosis, die gerade reicht um die Tage bis zum nächsten Spiel zu überbrücken. 90 heilige Minuten. Kein Telefon. Kein großes Palaver. Nur man selbst, der Fußball und ein emotionales Auf und Ab.

Nachher geht es dann ans Fachsimpeln. Da wird mit Freund und Feind der Spieltag akribisch auseinander genommen. Es wird geschimpft über dies und jenes, spekuliert über alles mögliche und natürlich das eigene Team gefeiert, so es der Spieltag wollte.

Das sind Abläufe die wohl jeder kennt. Und ich, nennt mich altmodisch, mag es genau so.

Was mich jedoch immer wieder irritiert sind die Tweetfrequenzen während die eigene Mannschaft spielt. Wenn man während eines Spiels 30 Tweets absetzt und die Zeit die man pro Tweet der “Timeline” widmet auf ca 1 Minute ansetzt. Dann reden wir hier von 1/3 des Spiels.

Wie kann das sein? Ist das vielleicht die Erkenntnis das es einem gar nicht um den Fußball an sich geht? Das man doch eigentlich eher interesse an einem Gespräch hat, als sich auf das bischen Fußball zu konzentrieren das uns die Woche bietet?

Vor allem: worüber will man reden? Wenn man sowieso mehr mit Social-Media als mit dem Spiel beschäftigt ist, dann ist auch die Diskussiobgrundlage schwindend gering.

Jeder kennt das Gefühl während eines Spiels irgendetwas loswerden zu wollen, ja evtl. sogar zu müssen. Kritik an einer Schiedsrichter-Entscheidung, der Leistung einzelner oder des gesamten Teams, an Fritz von TuT (Bayern-Fans werden wissen was ich meine), oder sei es der Kommentar eines Offiziellen, was-weiß-ich. Geschenkt. Macht man mal. Und auch mal mehr oder mal weniger.

Aber fast jede Szene und das gesamte drum-herum während des Spiels zu kommentieren und zu diskutieren empfinde ich als äußerst fragwürdig.

Das nimmt dem Spiel den Fokus den es (in der Regel) verdient hat. Wie soll da ein Gefühl für das Spiel entstehen, wenn alles was man sieht nur einzelne, zusammenhanglose Szenen sind.

Ist der Fußball einem dann wirklich so wichtig?

Ich verstehe es nicht.